Mein Lesekissen

Eine ganz liebe Näherin hat mir meine persönliche Leselotte-Alternative genäht: Mein superhübsches Lesekissen.

Es ist normalerweise (Auf dem Bild ist es etwas zerknautscht) eckig.

Das Buch wird in zwei dicke Laschen geschoben. Manche Bücher sind zu groß für die Laschen, es klappt aber auch super, wenn man das Buch einfach gegen das Kissen zu lehnt und nicht befestigt. Um das Buch zu halten, ist dann wirklich nur ein minimaler Kraftaufwand nötig.

Die Seiten werden mit zwei Gummis gehalten. Wem das ständige Umblättern und Umstecken der Seiten zu umständlich ist, kann sie auch einfach selber halten, was das Lesevergnügen in keinster Weise schmälert.

Ich liebe mein Lesekissen heiß und innig, selbst ohne jegliche Befestigungen ist es eine super “Buchstütze” und erleichtert gerade das Lesen von sehr dicken Büchern ungemein!

Published in: on Februar 17, 2010 at 21:53  Kommentare (2)  

Guillermo Del Toro & Chuck Hogan – Die Saat

Sie waren immer hier.

Unter uns.

Sie haben gewartet.

In der Dunkelheit.

Jetzt ist ihre Zeit gekommen …


Cineasten ist der beinahe legendäre Filmemacher Guillermo del Toro schon lange ein Begriff. Mit seinem Debütroman „Die Saat“ hat er nun auch den Buchmarkt und Millionen von Leserherzen erobert.

Am JFK-Flughafen in New York steht eine Maschine aus Deutschland, die Landung verlief völlig reibungslos. Und dennoch rollt sie nicht ans Gate und keiner der Passagiere macht Anstalten, das Flugzeug, welches komplett abgedunkelt ist, zu verlassen. Zunächst wird von einer Geiselnahme ausgegangen, als sich weiterhin nichts rührt, stürmt ein Einsatzteam das Flugzeug. Was sie dort vorfinden, übertrifft ihre schlimmsten Erwartungen: Alle Passagiere sitzen friedlich auf ihren Plätzen – und sie alle sind tot.

Der Chef der Seuchenschutzbehörde, Ephraim und seine Assistentin nehmen sich dem Fall an. Nähere Untersuchungen der Leichen schließen sowohl Gas als auch Viren als Todesursache aus. Als dann auch noch einige der Leichen plötzlich verschwinden, ist man völlig ratlos – Bis sich der Rumäne Setrakian an Ephraim wendet und ihm eine Wahrheit offenbart, die ebenso alt wie unfassbar ist.

Guillermo del Toro versteht es eine spannende Geschichte zu erzählen – egal ob auf der Leinwand oder auf Buchseiten. Die vielen Szenenwechsel erhalten die Spannung das gesamte Buch lang aufrecht. Immer wieder werden neue Charaktere eingeführt, die auf die eine oder andere Weise an der Geschichte beteiligt sind. Zwar werden diese nicht besonders genau beleuchtet und bleiben regelrecht blass, jedoch wird so das Augenmerk mehr auf das Geschehen an sich gerichtet.

Mainstream liegt dem Regisseur von Kinokassenschlagern wie „Hellboy“ und „Pans Labyrinth“ fern, das wird auch hier ganz deutlich, weichen die Vampire doch deutlich vom momentanen „Prototyp“ ab. Guillermo del Toro bringt viele neue Ideen in dieses Buch ein, die er gekonnt umzusetzen weiß. So greifen die zombieähnlichen Gestalten beispielsweise mit einer Art verlängerten, stachelartigen Zunge an. Auch die Idee, den Vampirismus als eine Art Seuche zu sehen, die es einzudämmen gilt, ist eine erfreuliche Abwechslung zur sonstigen 08/15 Vampirliteratur. Ohne sich zu sehr in Details zu verlieren, handelt der Autor sowohl die Infizierung als auch den körperlichen Aufbau eines Vampirs beinahe medizinisch genau ab – auch hier werden diverse neuartige Ideen mit eingebracht.

Guillermo del Toro hat mit „Die Saat“ einen atmosphärisch dichten, erfrischend „anderen“ Vampirroman geschrieben. Nun bleibt dem Leser nichts anderes übrig, als gespannt auf die geplanten Fortsetzungen dieser epischen Trilogie zu warten.

Published in: on Februar 17, 2010 at 14:55  Hinterlasse einen Kommentar  

Nina Blazon – Totenbraut

Das fremde Gesicht, in das ich damals blickte, war von der eisigen Schönheit des Todes und von der Hässlichkeit des Leidens, tiefer und schmerzhafter, als ein Lebender es ertragen könnte.

CoverSerbien 1731:

Aus Geldgier wird die junge Jasna von ihrem Vater an den Reisenden Jovan verkauft, der eine Braut für seinen Sohn sucht. Doch in ihrer neuen Heimat angekommen, merkt sie schnell, dass es auf dem Gut, das fortan ihr Zuhause sein soll, nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Dorfgemeinschaft hält sich von Jovans Gehöft fern und auch Jasna wird gemieden. Als immer mehr Einwohner des Dorfes auf geheimnissvolle Art sterben, ist man sich sicher: Ein Vampir treibt sein Unwesen.

Doch Nina Blazons Vampire sind bei weitem nicht die, die seit einigen Jahren den Buchmarkt überschwemmen. Nein, in diesem Buch geht es vielmehr um das Urbild des Vampirs und das ist weder wunderschön, noch trinkt es Blut. Diese hässliche, zombieähnliche Gestalt würgt seine Opfer im Schlaf, tötet das Vieh und verdirbt die Ernte.

Totenbraut spielt zu einer Zeit, in der der Aberglaube noch tief verwurzelt war und den Alltag der Menschen beherrschte. Das Misstrauen und die Hysterie des Dorfes werden so authentisch beschrieben, dass sie sogar für unsere Generation, auf die ein solches Verhalten befremdlich wirken mag, greifbar gemacht werden. Jasna ist eine sympathische junge Frau, mit einem hohen Identifikationspotenzial, das es dem Leser sehr erleichtert, sich in der fremden Zeit und Kultur zurechtzufinden.

Immer wieder flicht die Autorin mögliche wissenschaftliche Erklärungen für Erscheinungen ein, die das Dorf als Beweis für die Existenz eines Vampires sieht. Diese werden aber nicht bewertet und so bleibt es dem Leser selbst überlassen, ob er an die wissenschaftliche oder an die übernatürliche Erklärung der Vorkommnisse glaubt.

Obwohl Totenbraut laut der Autorin ausdrücklich ein historischer Roman ist, vermag es durch alle Altersklassen und Genres hinweg zu begeistern. Somit kann auch Lesern, deren Zielgruppe sonst eine andere ist, dieses Buch unbedingt empfohlen werden.

Published in: on Februar 17, 2010 at 14:45  Hinterlasse einen Kommentar  

Petra Durst Benning – Die Zarentochter

Im Frühling, im Überschwang meiner Jugend,

gleiche ich der Schwalbe,

die bald da- bald dorthin fliegt,

ich ging, wohin das Herz es befahl.

(Clément Marot)

Cover

Der neue Historienroman von Petra Durst-Benning, der vor der Kulisse  des zaristischen  Russlands spielt, erzählt das Leben von Olga Nikolajewna Romanowa, der Tochter des Zaren Nikolaus I.

Schon früh wird diese von der Armut außerhalb ihres prunkvollen Lebens geprägt, stößt aber mit ihren Vorschlägen, die das Leid der Armen lindern sollen, auf taube Ohren. Das Interesse ihres Vaters gilt vielmehr der Verheiratung seiner Tochter mit einem mächtigen, einflussreichen Herrscher um so Russlands Politik zu stärken.

Unwillig, aus politischen Gründen zu heiraten, sperrt sich die sture Olga gegen sämtliche Versuche sie in die Gesellschaft einzuführen. Erst ihre sympathische Betreuerin Anna Okulow kann sie aus der Reserve locken und aus dem verstockten Mädchen, eine in ganz Europa umworbene Dame zaubern. Doch erst nach Jahren voller Verzweiflung und einer unglücklichen Liebe findet Olga ihr Glück beim württembergischen Thronfolger Karl.

Gekonnt zieht die Autorin ihre Leser mit den farbenprächtigen Beschreibungen des zaristischen Russlands in den Bann und weiß ihn mit ihrem gefühlvollen Schreibstil zu verzaubern. Die erste unglückliche Liebe Olgas und ihre Verzweiflung danach werden feinfühlig und eindringlich erzählt ohne ins Kitschige abzudriften.

Obwohl das Augenmerk natürlich auf Olga gerichtet ist, werden auch die Schicksale und Gefühle ihrer Familienmitglieder geschildert. Alle Charaktere sind perfekt ausgearbeitet, niemand wird überzogen oder klischeehaft dargestellt und so gewinnt dieser Roman vor allem durch seine Realität und Authentizität.

Mit “Die Zarentochter” hat Petra Durst-Benning den rundum gelungenen ersten Teil einer Trilogie vorgelegt, der hohe Maßstäbe für den nächsten Teil (Herbst 2010) setzt.


Published in: on Februar 17, 2010 at 14:20  Hinterlasse einen Kommentar  
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