Nocturna – Das Spiel des Fuchses

Worum geht’s?

Es ist Jahre her, dass Finn zuletzt ihr eigenes Gesicht erblickt hat. Denn die Gesichtsdiebin verfügt über Magie, die es ihr erlaubt, ihre Erscheinung beliebig zu verändern. Doch nicht nur sie weiß, wie nützlich dieses Talent ist: Ein finsterer Unterweltboss hat Finn in seiner Gewalt. Sollte die Gesichtsdiebin daran scheitern, einen Auftrag für ihn auszuführen, wird sie ihrer Kräfte für immer beraubt werden. Der gutmütige Prinz Alfehr, Thronfolger wider Willen, wendet ebenfalls zwielichtige Magie an: Er will seinen verschwundenen älteren Bruder, den Kronprinzen, finden, obwohl alle glauben, er sei tot. Als sich Finn und Alfehr gegenüberstehen, ist es, als würden Kräfte so unterschiedlich wie Tag und Nacht aufeinanderprallen. Und diese Wucht setzt eine ungeahnt böse Magie frei …

Meine Meinung

Mit ihrem Debütroman „Nocturna – Das Spiel des Fuchses“ beginnt Autorin Maya Motayne eine magiereiche, außergewöhnliche Fantasyreihe mit lateinamerikanischen Setting für junge Erwachsene. Zwar hält das Buch nicht, was es verspricht, punktet allerdings an anderen Stellen.

Fangen wir bei der Bewertung mit dem Titel an – „Das Spiel des Fuchses“ klingt nach einer maßgeblichen Verbindung der Geschichte zu einem oder mehreren Füchsen. Auch der Fuchskopf auf dem Cover trägt zu diesem Eindruck bei. Tatsächlich ist jedoch der Fall, dass wir im Buch keinem einzigen wirklichen Fuchs begegnen. Namensgeber ist lediglich die Maske, die Protagonist Alfie an einem einzigen (!) Abend getragen hat. Genauso gut hätte man das Buch also auch „Das Spiel des Drachens“, nach der Maske von Finn nennen können, doch dann wäre es wohl im Fantasygenre, in dem bereits ein Überangebot an Drachengeschichten besteht, untergegangen.

Weniger originell und genauso unzutreffend ist die Formulierung des Klappentexts „Als sich Finn und Alfehr gegenüberstehen, ist es, als würden Kräfte so unterschiedlich wie Tag und Nacht aufeinanderprallen. Und diese Wucht setzt eine ungeahnt böse Magie frei…“. Hier finden wir das (eigentlich für die Geschichte gar nicht benötigte) typische Liebesgeplänkel, das sich vielleicht gut verkaufen lässt, doch gar nicht mit den wahren Geschehnissen übereinstimmt.

Zwar wurde sich auch sonst vieler Klischees bedient -er, der gutmütige Prinz, der nur das Schlossleben kennt, und sie, die gerissene Diebin, die niemanden an sich heranlässt – doch diese wurden wenigstens gut umschrieben. So erhalten wir zwei relative starke Hauptpersonen, die klare Motive sowie Stärken und Schwächen haben. Obwohl ich mir hier ein bisschen mehr Diversität in den Gedankenswegen, die sich meist auf nur wenige Punkte beschränkt haben, gewünscht hätte, bestand doch ein ganz gutes Auskommen mit den Charakteren. Zumindest liegt hier – was nicht in allen Fantasy- oder Jugendbüchern der Fall ist – eine deutliche innere Entwicklung der Protagonisten vor.

Einen riesigen Pluspunkt erhält die Autorin für ihre interessante Anwendung von der Fähigkeit Magie zu verwenden. In dieser Welt beherrscht jede Person ein bestimmtes Element. So kann Finn zum Beispiel Steinwände erschaffen, und Alfie Dornen aus gefrorenen Wasser. Darüber hinaus besitzen die Menschen noch ein so genanntes Propio, eine Spezialfähigkeit, die so individuell wie ihr Besitzer ist. Herrscher über ein Propio haben außerdem einen Schatten, der, je nach Verfassung schwarz bis grau, um seine Beine herum schleicht. Gerne hätte ich mehr über die verschiedenen Propios und die damit verbundenen Schatten erfahren, leider blieb dieser Aspekt jedoch eher unberührt. Es ist allerdings gut vorstellbar, dass sich dieser Punkt für den nächsten Band aufgehoben wurde.

Lobenswert ist vor allem auch die auf den Innenseiten des Buches auffindbare, detailverliebte Karte von der Welt Mundo, in der die Geschichte spielt. Zwar wurden die dort verzeichneten Länder und Ozeane bis auf die Stadt San Cristobal im Buch selten erwähnt, besitzen aber eventuell im nächsten Teil der Reihe größere Bedeutung.

Fazit

Zusammengefasst ist „Nocturna – Das Spiel des Fuchses“ zwar kein fehlerfreier, doch recht unterhaltsamer High-Fantasy-Roman. Obwohl sich einiger Klischees bedient wurde sorgt das lateinamerikanische Setting für etwas Abwechslung. Ein paar Fragen bleiben noch offen, daher warte ich gespannt auf den zweiten Teil.

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