Das Haus der tausend Räume

Worum geht’s?

Charmain hätte es wirklich besser wissen müssen: Es kann keine einfache Aufgabe sein, das Haus eines Zauberers zu hüten! Seit sie die Tür zur scheinbar winzigen Hütte ihres Onkels geöffnet hat, stolpert sie von einer Katastrophe in die nächste. Ein verwirrter Zauberlehrling und ein erboster Clan von kleinen blauen Kreaturen sind ihre geringsten Probleme, als der König eine furchterregende Zauberin zu Hilfe ruft, um einen Schatz zu finden: Denn wo die mächtige Sophie auftaucht, ist der Zauberer Howl nicht weit. Was Howl und Sophie allerdings schließlich entdecken, überrascht niemanden mehr als Charmain.

Meine Meinung

Obwohl dies bereits der dritte Teil der „Howl-Saga“, und damit auch mein drittes Buch von Diana Wynne Jones ist, muss ich zugeben, dass ich vor dem Lesen ein wenig eingeschüchtert war. Zum Einen durch das düster gehaltene Cover mit den vielen fragwürdigen Türen, zum Anderen durch meine Erwartungen an diesen Band, die durch die Fabelhaftigkeit der bisherigen Bücher verhältnismäßig hoch gewesen ist. Doch wie soll ich es ausdrücken? – Autorin Jones schafft es einmal mehr mit ihren Fantasymeisterwerken den Leser zu begeistern.

Beginnen wir bei dem bereits erwähnten Cover und dem dazugehörigen Titel. „Das Haus der tausend Räume“ klingt, als wäre wieder ein Schloss der Handlungsspielort. Tatsächlich ist es jedoch, wie auch auf der Mitte des kunstvoll verzierten Covers zu erkennen, lediglich eine kleine Hütte. Die hat es – im wahrsten Sinne des Wortes – in sich, denn neben zahlreichen Türen, Gängen und Räumen tauchen auch so manche Protagonisten teilweise auf magische Weise in und um ihr auf. Kein Wunder also, dass Hauptcharakter Charmain, die glaubt, gar nichts mit Zauberei zu tun zu haben, in diesem magiereichen Haus von einem Chaos in das nächste stolpert.

Dies ist gleichzeitig auch einer der Aspekte, die es an diesem Buch am meisten zu loben gilt: während im ersten Band (durch bereits bekannte Geschehnisse aus dem dazugehörigen Ghiblifilm) und im zweiten Band (durch längere Episoden des Reisens) ein paar Längen auftraten, mangelte es hier an keiner Stelle an Spannung. Und war doch ein kleineres Problem gelöst, wusste man sicher, dass am nächsten Morgen ein nächstes – welcher Art auch immer – auftreten würde. Während man sich als Leser also über die Unterhaltung gefreut hat, bedauerte Charmain immer mehr die fehlende Zeit um ihrerseits lesen zu können. Natürlich schlich sich das junge, sture, unwissende Mädchen so in das Leserherz – und neben der Bücheraffinität eventuell auch durch die ausgeprägte Liebe zu allerlei Gebäck. Und obwohl sie sich über die verschiedenen Geschehnisse hinweg deutlich weiter entwickelt hat (und auch Mal einen Tag ohne ein nettes Buch und Papas Pasteten ausgekommen ist), wünscht man ihr am Ende der ganzen Aufregung doch einen ruhigen Abend, an dem sie Zeit für sich und ihre Vorlieben hat (und für Find, den magischen kleinen Hund).

Neben Charmain und dem Lehrling Peter (und Find), die sich als Hauptcharaktere exzellent ergänzen, habe ich mich auch sehr darüber gefreut, wie präsent dieses Mal Sophie, Howl, Morgan und natürlich Calcifer waren. Wenn auch nicht in der üblichen Konstellation und auch nicht im bereits bekannten wandelnden Schloss, so waren doch Sophies Temperament, Howls Spitzbüberei und Calcifers Gutmütigkeit ein angenehmer, bekannter Ruhepol im ganzen Geschehen.

Besonders interessant ist an diesem Band außerdem, dass wir mehr über die Magie und die magischen Wesen der von der Autorin erdachten Welt erfahren. Denn im Gegensatz zu dem eher dunkel gehaltenen Cover ist die Geschichte sehr farbenfroh – sehr, sehr viele blaue Kobolde, die maßgeblich zur Entwicklung der Geschichte beitragen; purpurne Lubbocks und Lubbockins, denen wir hoffentlich zum letzten Mal begegnet sind; und unzählige bunte Schnüre an Peters Händen, die sicher auch ihren ganz eigenen magischen Zweck besitzen.

Fazit

Nur wenigen Autoren und Autorinnen gelingt, was Diana Wynne Jones erreicht hat: bereits hoch gefasste Erwartungen noch einmal zu übertreffen. Mit der richtigen Mischung aus liebenswürdigen neuen Protagonisten sowie altbekannten Gesichtern, sowie mit vielen spannenden Wendungen und interessanten Ausflügen in die Welt der Magie schafft Jones es, ein fantastisches Buch zu schreiben, das wie immer viel zu schnell ausgelesen ist. Immer größer wird also meine Hoffnung auf der Liste der Neuerscheinungen ihren Namen zu sehen.

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