Ready Player Two

Worum geht’s?

Einige Tage nachdem er das Easter Egg von James Halliday gefunden und den Wettbewerb um die OASIS für sich entschieden hat, macht Wade Watts eine Entdeckung, die alles verändern könnte. In einem seiner Tresorräume hat Halliday eine Technologie für ihn versteckt, die die OASIS noch wundervoller und suchterzeugender macht, als es sich Wade je hätte träumen lassen.

Doch gleichzeitig wird er vor ein Rätsel gestellt und muss ein weiteres Abenteuer bestehen. Es gilt ein letztes Easter Egg zu finden, das Halliday in der Oasis versteckt hat.

Und diesmal hat Wade einen Konkurrenten, der über Leichen geht. Er merkt bald, dass nicht nur sein eigenes Leben auf dem Spiel steht, sondern das von Millionen anderer Menschen, und vielleicht sogar das Schicksal der gesamten Welt.

Meine Meinung

Endlich hat das Warten ein Ende! Ganze drei Jahre durften wir auf die Fortsetzung von „Ready Player One“ warten, um nun endlich wieder in die Welt von Wade Watts und der OASIS einzutauchen. Denn das Easter Egg, das der Schöpfer der OASIS im ersten Teil versteckt hat, ist nicht das letzte gewesen..

Leider muss ich diese Rezension mehr oder weniger direkt mit Kritik beginnen. Autor Cline wählt einen unverzüglichen, harten Einstieg in die Geschehnisse. Lediglich in äußerst kurzen Sätzen wird schnell umrissen, was in dem letzten Buch geschehen ist. Hier kann ich die Leser verstehen, die den Vorgänger noch einmal lesen, bevor sie sich nun an den zweiten Teil wagen. Nach drei Jahren hat man leider viele Aspekte der Geschichte vergessen, die der Autor einfach hätte zusammenfassen können. Doch er entscheidet sich dagegen, setzt die Handlung direkt fort und wählt dabei einen schnellen, unpersönlichen Schreibstil. Sicherlich sollte sich der Einstieg in ein Buch nicht ewig hinziehen, und die meisten Science-Fiction-Leser mögen Action, doch ganze drei Jahre in knapp dreißig Seiten abzuhandeln, scheint mir doch etwas überstürzt.

Auch darüber hinaus besitzt die Geschichte wieder ihre bekannte Eile. In nur wenigen Stunden müssen gleich sieben der mysteriösen Scherben der Seele der Sirene gefunden werden – immer mit der Verantwortung über das Leben von Millionen von Menschen in der Hand. Die Zeit drängt mehr als jemals zuvor – und dennoch bleibt der Moment für eine kleine Diskussion über Nichtigkeiten hier und da. Sicherlich sind diese in der Theorie notwendig, um den Leser nicht ganz und gar durch die Geschehnisse hetzen zu lassen – in der Praxis sind sie jedoch nach wie vor unwichtig und gaben mir immer wieder das Gefühl, mit den Kopf über den fehlenden Fokus der – mittlerweile erwachsenen – Freunde schütteln zu müssen.

Abgesehen davon war es jedoch sehr schön, die vier Leute wieder in Action sehen zu können. Humor, Faktenwissen und Einfallsreichstum gehen bei ihnen stets Hand in Hand, sodass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das nächste Rätsel gelöst wird. Gewünscht hätte ich mir dabei noch ein bisschen mehr über Aech und Shoto erfahren zu können, die zwar zum Großteil an der Handlung beteiligt sind, jedoch immer eher am Rand bleiben. Damit werden ihre Charaktere und Hintergründe nicht direkt näher beleuchtet. Das Fehlen dieser charakterlichen Tiefe wird jedoch durch das Auftauchen verschiedener neuer Charaktere – allen voran der symphatisch wirkenden Lo – wieder wett gemacht. Sie und ihre Interaktion mit Wade war für mich eine angenehme Abwechslung von dem Ernst des Scherbensuchens.

Die Suche selbst stellte sich als – wie erwartet – sehr schwierig heraus. Zahlreiche Bücher, Filme, Lieder und dazugehörige Autoren und Künstler müssen nicht nur bekannt sondern auch bis ins kleinste Detail vertraut sein. Und auch, wenn ich leider mit den wenigsten Referenzen etwas anfangen konnte, ist das Lesen dennoch eine Freude gewesen. Besonders schön ist es gewesen, den offiziellen Soundtrack zum Buch während des Lesens zu hören. Der Autor war so freundlich diese auf Spotify zu veröffentlichen, was die Zeit der Titelsuche spart (wenn gleich nicht alle erwähnten Lieder in der Playlist vertreten sind) und damit wertvolle Lesezeit schenkt.

Fazit

Autor Ernest Cline beschreibt in diesem Buch ein erschreckend reelles Zukunftsszenario. Gefahren, Risiken und Entwicklungen der digitalen Technik werden zwar als Science-Fiction-Roman verkauft, sind jedoch näher an der Wirklichkeit als an der Fiktion. Vielleicht besitzt das Buch deshalb solch einen fesselnden Bann. Von daher – wer den ersten Band gelesen hat, wird auch von diesem Buch nicht enttäuscht sein!

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